Wenn sich Investoren in einem Ort niederlassen, dann stellen sie sich gerne als die edlen Retter in der Not dar, die nichts anderes möchten, als mit ihren Plänen dringend benötigtes Geld in den Ort zu pumpen oder neue Arbeitsplätze zu schaffen. So geschehen in dem Zeitungsartikel des Ostholsteiner Anzeige vom 15. Mai 2010: https://www.shz.de/lokales/ostholsteiner-anzeiger/investoren-plaene-liegen-in-hohwacht-auf-eis-id2186981.html/. Ein weiteres Beispiel für diese Art tendenziöse Selbsvermarktung liefert ein Gefälligkeitsartikel im Hamburger Abendblatt vom 26.04.2021 über den Neubau an der alten Schule. In diesem Fall erklärt der Bauherr seine persönliche Liebe zum „usprünglichen“ Hohwacht, erlaubt sich aber das Urteil, dass sein gigantomanischer Gebäudekomplex dem Ort „…einen Schuss Modernität …“ verleihe.

Auch werben Investoren gerne damit, ortsansässige Handwerksbetriebe unterstützen zu wollen. In wieweit das der Wirklichkeit entspricht haben wir bereits in einem früheren Beitrag untersucht. Siehe dazu: https://www.grueneshohwacht.de/index.php/2013/12/22/wohin-fliessen-die-millionen/

Fast jeder Investor nutzt noch ein weiteres Instrument um die Bedenken der Öffentlichkeit gegenüber neuen Großbauten zu zerstreuen, nämlich: das Schönfärben oder die Verniedlichung des geplanten Bauprojekts mittels irreführender Entwurfszeichnungen. Ein schönes Beispiel für diesen Trick kann man am geplanten Bauprojekt in der Waldstraße (Hotel Waldwiese) beobachten.

In der folgenden Abbildung stellen wir Ihnen das Projekt entsprechend den in der Bauvoranfrage angegebenen Maßen vor. Als Maßstab dient eine Personengruppe mit einer angenommenen Körpergröße von 175 cm:

In der unteren Abbildung sehen Sie links das Foto eines von mehreren Zeitungsartikeln in denen der Investor der Öffentlichkeit sein Bauprojekt vorstellt und gleichzeitig bewirbt.
Zur besseren Vergleichbarkeit sehen Sie rechts die Abbildung aus dem Zeitungsartikel in derselben Darstellungsform wie die obige Abbildung.

Eine derartige Verzerrung der Wirklichkeit kann nur damit erklärt werden, dass der Inverstor darum bemüht ist, Öffentlichkeit und Entscheidungsträger über das wirkliche Ausmaß des Bauvorhabens zu täuschen – gewiss um deren Akzeptanz zu erwirken.

Der Investor hat angesichts derartiger Falschdarstellung nichts zu befürchten. Sollte während der Bauphase Öffentlichkeit und Entscheidungsträger langsam bewusst werden, dass sie getäuscht wurden, ist es eh zu spät. Der Bau wurde genehmigt und der Realisierung steht nichts mehr im Weg. Ein unübersehbares Beispiel für diese Praxis entsteht gerade auf dem Gelände der alten Schule.

Ein solches Täuschungsmanöver kann ein Investor in unseren Augen nur wagen, wenn er davon überzeugt ist, dass die jeweiligen Entscheidungsträger* entweder:

  1. keinerlei räumliches Vorstellungvermögen besitzen und/oder
  2. nicht rechnen können und/oder
  3. das Wort „misstrauisch“ nicht kennen und/oder
  4. das Täuschungsmanöver von vorn herein mit unterstützen (aus welchen Gründen auch immer).

* Für den Investor zählen nur die Entscheidungsträger der Gemeinde, die über Bauanträge entscheiden. Die Belange der Anlieger und der Bevölkerung spielen bei der Umsetzung solcher teuren, ego-gesteuerten Projekte keine Rolle.

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