Haben Sie sich schon einmal überlegt, was die Ursache für den Bauboom* in Hohwacht ist? Raten Sie mal! So schwer ist das nicht.

Schauen Sie sich doch mal die Prospekte der Investoren an, mit denen sie Ihre Objekte zum Verkauf anpreisen. Da wurden zum Beispiel die Wohnungen von Investor XXXX in Alt-Hohwacht im Sommer 2017 zu Preisen zwischen ca. 5000 Euro bis 6500 Euro pro Quadratmeter(!) angeboten. Rechnen Sie nun mal hoch: Laut Preistabelle vom Sommer 2017 (die Preisliste unterliegt dem Urheberschutz – fordern Sie die alten Infos also bitte persönlich bei Investor XXXX an) kosteten die Wohnungen zwischen 259.800€ (50 qm) bis 699.800€ (105 qm) das Stück. Bei 44 zum Verkauf stehenden Wohnungen macht das einen möglichen Umsatz von um und bei 20 Millionen Euro. Auch wenn man die Baukosten und den Grundstückspreis abrechnet und die Wohnungen schlussendlich doch ein wenig günstiger verkauft wurden, bleiben immer noch viele Millionen für den Investor übrig.

Verdienen Sie so viel? Mal ehrlich, wie viele Menschen kennen Sie, die angesichts solcher Gewinne nicht sofort weitermachen und diese Einnahmen nicht ganz schnell in das nächste Bauprojekt stecken würden? Nennen Sie mir ein Investment auf dieser Welt mit dem Sie Ihr Geld so schnell und zudem risikolos vervielfachen können! Hohwacht lädt dazu doch regelrecht ein! Investoren haben hier freie Hand. In der Vergangenheit hatte kaum einer der Gemeindevertreter gewagt, sich den Investoren in den Weg zu stellen. Und die wenigen, die es versuchten, wurden schnell überstimmt (oder aber wie jetzt vom Investor abgemahnt).

Mit über 100.000 Euro jährlich buhlt die Gemeinde sogar aktiv über eine eigene Touristikagentur (Hohwachter Bucht Touristik) um immer mehr Touristen und damit auch indirekt um immer mehr Kaufinteressenten der immer neuen Bettenburgen. Bezahlt wird diese 100.000 Euro teure Werbung wie selbstverständlich von den hohwachter Bürgern.

Wen nimmt es da Wunder, dass ein Investor nach dem anderen Hohwacht als seine Chance auf den großen Lottogewinn erkennt.  Das Gezanke um die interessantesten Grundstücke ist schon lange im Gang. Eine Anwohnerin aus dem Strandesberg erzählte uns, dass nur einen Tag nach dem Tod ihres Mannes Investor XXXX bei Kaffee und Kuchen in ihrer guten Stube saß, um ihr den Verkauf ihres Hauses schmackhaft zu machen. Solche Erlebnisse kennen viele hier in Hohwacht. Hohwachter Bürger selber können bei dem Geschacher nicht mehr mitbieten. So viel Geld haben sie einfach nicht. Viele Erben hier im Ort zerstreiten sich angesichts solcher Angebote, weil diejenigen die bleiben wollen, diejenigen die das Angebot des Investors annehmen wollen, nicht auszahlen können. Und so verschwindet eine alteingesessene Hohwachter Familie nach der anderen aus unserem alten kleinen heißgeliebten Örtchen.


* Verwechseln Sie die Bautätigkeit in Hohwacht bloß nicht mit der üblichen Erneuerung abgängiger Bausubstanz! Die geht anders.
Wie man alte Bausubstanz auf sanfte und ortsbildbewahrende Art renoviert und ausbaut, das zeigt Ihnen des Bürgermeisters Bruder, Dirk Kruse, im Rest von Alt-Hohwacht.

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